Das Aktivrente-Gesetz sieht vor, dass du bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei dazuverdienen kannst, wenn du nach Erreichen der Regelaltersgrenze freiwillig in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung weiterarbeitest. Es geht um einen Steuerfreibetrag auf deinen Arbeitslohn, nicht um eine neue Rentenart. Die genauen Regeln ergeben sich aus dem Gesetzestext, den du vor jeder Entscheidung prüfen solltest.
| Punkt | Was bisher bekannt ist |
|---|---|
| Kernidee | Steuerfreibetrag auf den Arbeitslohn für Menschen, die nach der Regelaltersgrenze freiwillig weiterarbeiten |
| Steuerfreier Betrag | bis zu 2.000 Euro pro Monat, also bis zu 24.000 Euro im Jahr |
| Voraussetzung | Regelaltersgrenze erreicht und freiwillige Weiterbeschäftigung |
| Art der Tätigkeit | sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (nach den bisherigen Plänen) |
| Was bestehen bleibt | Sozialabgaben sowie die normale Besteuerung deiner regulären Rente |
| Herkunft | Koalitionsvertrag von Union und SPD aus dem Jahr 2025 |
| Status | Details und Zeitplan hängen vom Gesetzgebungsverfahren ab, offizielle Quellen vor Entscheidungen prüfen |
Hinweis: Dieser Beitrag ordnet das Thema allgemein ein und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Für deinen konkreten Fall sind dein Finanzamt, dein Steuerberater und die aktuellen amtlichen Quellen maßgeblich.
Was ist die Aktivrente eigentlich genau?
Die Aktivrente ist ein steuerlicher Anreiz für Menschen, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben und trotzdem freiwillig weiterarbeiten möchten. Der Kern: Ein Teil deines Arbeitslohns, bis zu 2.000 Euro im Monat, soll von der Einkommensteuer freigestellt werden. Aufs Jahr gerechnet sind das bis zu 24.000 Euro, die steuerfrei bleiben können.
Wichtig ist die Abgrenzung. Die Aktivrente ist keine zusätzliche Rentenzahlung und keine neue Rentenform. Deine reguläre Altersrente läuft weiter wie bisher und wird auch weiterhin nach den normalen Regeln besteuert. Neu ist allein der Freibetrag auf das Gehalt, das du zusätzlich durch deine Weiterarbeit verdienst. Der Gedanke dahinter ist klar: Wer nach dem Renteneintritt noch Lust und Kraft für einen Job hat, soll dafür belohnt werden, statt am Ende kaum mehr in der Tasche zu haben.
Das Vorhaben stammt aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD aus dem Jahr 2025. Ob und in welcher genauen Ausgestaltung es bereits vollständig umgesetzt ist, hängt vom Fortgang des Gesetzgebungsverfahrens ab. Verlass dich also nicht auf Zahlen aus Wahlkampf oder Zeitungsschlagzeilen, sondern schau vor einer Entscheidung in die aktuelle amtliche Fassung.
Wer hat Anspruch auf die 2.000 Euro steuerfrei?
Der Steuervorteil ist für Menschen gedacht, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und danach freiwillig weiterarbeiten. Es geht ausdrücklich um Weiterarbeit aus eigener Entscheidung, nicht um einen vorgezogenen Rentenbeginn oder um eine Frührente. Wer also mit 63 in den Ruhestand geht und nebenbei jobbt, fällt nach den bisherigen Plänen nicht automatisch unter diese Regel.
Nach dem, was bisher öffentlich bekannt ist, zielt die Aktivrente auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das bedeutet: Du arbeitest bei einem Arbeitgeber in einem Anstellungsverhältnis. Ein reiner Minijob, selbständige Einkünfte oder Kapitalerträge werden anders behandelt. Genau an dieser Stelle lohnt sich der Blick in die Details, weil hier im Gesetzgebungsverfahren noch nachgeschärft werden kann, etwa um Missbrauch zu verhindern.
Wenn du ohnehin überlegst, deine Bezüge im Ruhestand aufzustocken, findest du in unserem Überblick dazu, wie du deine Rente 2026 gezielt aufbessern kannst, weitere Wege neben der reinen Weiterbeschäftigung.
Gilt die Aktivrente auch für Selbständige und Nebenverdienste?
Das ist die vielleicht wichtigste Ehrlichkeit in diesem Beitrag: Nach den bisherigen Plänen ist die Aktivrente auf abhängige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgerichtet. Einkünfte aus einer selbständigen oder gewerblichen Tätigkeit, dazu zählt auch ein eigenes Online-Geschäft, werden weiterhin regulär versteuert. Der Freibetrag von 2.000 Euro greift für solche Einkünfte nach jetzigem Stand nicht.
Warum wir das so deutlich sagen: Manche Ratgeber vermischen die Aktivrente mit jeder Art von Zuverdienst im Alter. Das ist irreführend. Wenn du dir zum Beispiel ein Empfehlungsgeschäft im Internet aufbaust, ist das ein anderer steuerlicher Sachverhalt als ein Angestelltenjob. Beides kann sinnvoll sein, aber die steuerliche Behandlung unterscheidet sich. Kläre deinen konkreten Fall deshalb mit einem Steuerberater, bevor du planst.
Was bedeutet steuerfrei bei der Aktivrente wirklich?
Steuerfrei bezieht sich hier auf die Einkommensteuer auf den zusätzlichen Arbeitslohn, bis zur Grenze von 2.000 Euro im Monat. Das ist ein echter Vorteil, aber er ist enger, als das Wort auf den ersten Blick verspricht.
Drei Punkte solltest du auseinanderhalten. Erstens die Sozialabgaben: Ob und in welcher Höhe Beiträge anfallen, ist eine eigene Frage und wird durch den Steuerfreibetrag nicht automatisch aufgehoben. Zweitens deine reguläre Rente: Sie bleibt steuerlich das, was sie ist, und wird nicht plötzlich steuerfrei. Drittens der Rest des Gehalts: Verdienst du mehr als 2.000 Euro im Monat, wird der darüber liegende Teil normal besteuert. Rechne also nicht damit, dass ein hohes Zusatzgehalt komplett abgabenfrei bei dir ankommt.
Gerade weil Steuerrecht im Detail schnell komplex wird, ist eine grobe Faustregel gefährlich. Nutze für deine Planung eine seriöse Beratung und die offiziellen Merkblätter, statt dich auf Überschriften zu verlassen.
Ab wann gilt das Aktivrente-Gesetz?
Der Start war politisch für den Beginn des Jahres 2026 angepeilt. Ob dieser Zeitplan eins zu eins gehalten wurde und in welcher Endfassung, hängt vom Gesetzgebungsverfahren ab, das solche Vorhaben oft noch verändert. Wir nennen hier bewusst kein festes Inkrafttreten als Tatsache, weil ein falsches Datum bei einem Geldthema echten Schaden anrichten kann.
Verlässlich ist das so: Prüfe den aktuellen Stand direkt beim Bundesfinanzministerium, bei der Deutschen Rentenversicherung oder bei deinem Steuerberater. Diese Stellen geben dir die rechtssichere Auskunft, die eine allgemeine Ratgeberseite nicht leisten kann. So triffst du deine Entscheidung auf einer belastbaren Grundlage und nicht auf Basis einer Ankündigung.
Welche Alternativen habe ich, wenn ich flexibel dazuverdienen will?
Die Aktivrente belohnt einen klassischen Job nach dem Renteneintritt. Nicht jeder möchte aber wieder einen Arbeitgeber, feste Zeiten oder einen Arbeitsweg. Wenn du lieber orts- und zeitunabhängig etwas aufbaust, ist ein eigenes Online-Einkommen eine mögliche Ergänzung. Wir sagen bewusst Ergänzung, denn wie oben erklärt fällt selbständiger Zuverdienst nicht unter den Steuerfreibetrag der Aktivrente.
Ein verbreiteter Einstieg ist das Empfehlungsmarketing. Dabei empfiehlst du bestehende digitale Produkte weiter und wirst beteiligt, wenn über deine Empfehlung ein Kauf zustande kommt. Der Reiz: kein eigenes Lager, kein eigenes Produkt, du kannst klein und faceless starten. Der ehrliche Haken: Es ist Arbeit, es braucht Ausdauer, und niemand kann dir seriös ein bestimmtes Einkommen versprechen. Wie das grundsätzlich funktioniert, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Leitfaden zum Empfehlungsmarketing für Einsteiger. Weitere bodenständige Ideen findest du außerdem in unserem Überblick zum Geldverdienen als Rentner.
Ein bekanntes Angebot in diesem Bereich ist der Onlinekurs The Affiliate Code von Marek Ruehl. Er dreht sich um digitales Reselling über Plattformen wie Instagram und TikTok und richtet sich auch an Menschen, die ohne Gesicht in der Kamera starten wollen. Der Einstieg kostet aktuell 297 Euro einmalig, und es gibt einen kostenlosen Workshop, mit dem du unverbindlich reinschauen kannst. Wenn du so etwas prüfst, sei kritisch: Achte auf die Vertragsbedingungen und darauf, dass ein solcher Kurs Wissen vermittelt, aber keinen Erfolg garantiert. Der Ertrag hängt stark von deinem eigenen Einsatz ab, und es ist ausdrücklich kein schnelles Geld.
Aktivrente: Vorteile, Nachteile und für wen sie nicht passt
Damit du eine ehrliche Einordnung hast, hier die wichtigsten Argumente auf beiden Seiten.
Was dafür spricht:
- Bis zu 2.000 Euro im Monat können steuerfrei bleiben, das ist ein spürbarer Anreiz für Weiterarbeit.
- Du bleibst aktiv, im Kontakt mit Menschen und nutzt dein Wissen weiter, was vielen im Ruhestand wichtig ist.
- Für Betriebe kann es helfen, erfahrene Kräfte länger zu halten, was in vielen Branchen dringend gebraucht wird.
Was dagegen spricht oder unklar ist:
- Der Vorteil betrifft nur die Einkommensteuer auf den Lohn, nicht automatisch Sozialabgaben und nicht deine reguläre Rente.
- Selbständige und Nebenverdienste außerhalb einer Anstellung profitieren nach den bisherigen Plänen nicht.
- Details und der genaue Zeitpunkt hängen vom Gesetzgebungsverfahren ab und können sich ändern.
Für wen die Aktivrente eher nicht passt: Wenn du gar nicht als Angestellter arbeiten willst, wenn du deine Ruhe im Ruhestand bewusst genießen möchtest oder wenn dein Wunschmodell ein eigenes, flexibles Geschäft ist, bringt dir der Steuerfreibetrag wenig. Dann sind andere Wege, deine Einnahmen aufzustocken, die passendere Wahl.
Häufige Fragen zur Aktivrente
Ist die Aktivrente schon beschlossen?
Die Aktivrente stammt aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD. Der genaue Zeitplan und die Details ergeben sich aus dem Gesetzgebungsverfahren. Prüfe vor Entscheidungen den aktuellen Stand beim Bundesfinanzministerium oder deinem Steuerberater.
Sind die 2.000 Euro brutto oder netto steuerfrei?
Der Freibetrag bezieht sich auf den Arbeitslohn und stellt bis zu 2.000 Euro im Monat von der Einkommensteuer frei. Sozialabgaben und die Besteuerung deiner regulären Rente sind davon getrennt zu betrachten.
Profitieren auch Selbständige von der Aktivrente?
Nach den bisherigen Plänen zielt die Aktivrente auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Einkünfte aus selbständiger oder gewerblicher Tätigkeit werden weiterhin regulär besteuert. Kläre deinen Fall mit einem Steuerberater.
Muss ich für die Aktivrente die Regelaltersgrenze erreicht haben?
Ja. Der Steuervorteil ist für Menschen gedacht, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und danach freiwillig weiterarbeiten. Für einen vorgezogenen Rentenbeginn gilt er nach den bisherigen Plänen nicht.
Lohnt sich neben der Aktivrente ein eigenes Online-Einkommen?
Das hängt von deinen Zielen ab. Ein eigenes Empfehlungsgeschäft ist flexibel und ortsunabhängig, aber die Einkünfte fallen nicht unter den Steuerfreibetrag der Aktivrente und erfordern echten Einsatz. Schnelles Geld verspricht seriös niemand.
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